Anders reisen – Kultur erleben statt All inclusive (Teil 1)

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Du liegst am Pool des *****-Hotels, ein Cocktail in der Hand und du freust dich auf dein Wiener Schnitzel am Abend vom „All inclusive-Buffet“. Alle wichtigen Geschäfte gibt’s auf dem riesigen Hotelkomplex und dazwischen hast du mit neun anderen Deutschen (nichts gegen unsere Nachbarn, ist nur ein Beispiel! :)) einen Ausflug zur wichtigsten Touristendestination des Landes direkt im Hotel gebucht. Wenn du heimkommst, erzählst du, dass das Hotel grundsätzlich gut war, der Service in Österreich aber besser ist und das Schnitzel sowieso nicht wie zu Hause schmeckt. Womöglich war auch noch die Klimaanlage im Minibus kaputt und von den Cocktails hast du eine Magenverstimmung bekommen.

Was ich hier – etwas überspitzt formuliert – verdeutlichen möchte, ist, dass diese Art des Reisens kaum ein tatsächliches Erfahren eines neuen Landes, einer neuen Kultur sowie den Menschen und dem Essen dahinter, zulässt. Wem das reicht, kann hier mit dem Lesen des Beitrags aufhören. Wer jedoch mehr erfahren möchte, wie eine Reise auch anders funktionieren kann, sollte nun weiterlesen.

Anders Wohnen und Schlafen

Im Endeffekt hast du fünf Möglichkeiten, individueller zu reisen und näher an den Leuten und deren Kultur zu sein. Möglichkeit eins beginnt bei der Unterkunft. Statt dem Hotelkomplex könntest du einmal AirBnB versuchen. Diese Plattform funktioniert weltweit und bietet vom kleinen Zimmer, eigenen Camper, bis hin zum Luxusapartment eine breite Möglichkeit, ein neues Land zu entdecken. Die Plattform basiert auf verschiedenen Verifikationen (Reisepass, Mailadresse, Telefonnummer, Onlineaccounts, etc.) sowie auf gegenseitigen Bewertungen von Host und Gast. Es mag vielleicht beim ersten Mal ungewohnt sein, mit einem Fremden in dessen Wohnung zu leben, jedoch bist du dadurch viel näher an den Menschen selbst, an einheimischen Tipps sowie an einem gemeinsamen Austausch dran, als anderswo. Du wirst dich schnell daran gewöhnen, weil du durch die Tipps schneller in das lokale Leben eintauchen kannst und dabei sogar noch Geld sparst: sowohl was die Kosten der AirBnB-Unterkunft gegenüber einem Hotel betrifft als auch beispielsweise bei Ausflügen oder Aktivitäten. Persönlich können wir auf unserer Weltreise nur Positives über diese Art des Wohnens/Reisens berichten, egal wo wir waren – es hat immer wunderbar gepasst.

Anders Wohnen und Arbeiten

Neben AirBnB gibt es als zweite Möglichkeit Workaway oder Helpx als Plattformen, wo du bei Locals wohnen kannst. Diese Plattformen ziehen aber auf einen tatsächlichen Austausch von Wohnen gegen Arbeit ab. Du könntest zum Beispiel auf Hawaii Pizza backen (täglich vier Stunden von Montag bis Freitag) und dafür bekommst du einen gratis Schlafplatz und im besten Fall gratis Verpflegung. Auch auf diesen Plattformen haben wir unsere Erfahrungen gesammelt. Hier gilt es jedoch, die Angebote genau zu prüfen und sich klar zu machen, was es beispielsweise heißt, im tropischen Garten Unkraut zu jäten oder in der Küche auszuhelfen. Ebenso ist die „Kommunikation“ bei diesen Plattformen häufig anders. Nicht jeder wird dir zurückschreiben, die Gründe dafür, bleiben oftmals im Dunkeln. Wahrscheinlich gibt es hier einfach eine zu große Anzahl an täglichen Anfragen an die Hosts. Wenn etwas Passendes dabei ist, ist die Erfahrung, die man als Reisende dadurch erfahren kann, natürlich umso intensiver. Mehr „local“ geht kaum. Die Plattform Worldpackers zielt dabei noch mehr auf deine individuellen Fähigkeiten und Ausbildungen ab. Ähnlich wie bei Workaway bietest du hier deine Skills im Austausch gegen Wohnen und Essen an. eine Dennoch sollte jeder Interessierte sich darüber Gedanken machen, dass er/sie eine Reiseversicherung hat und möglicherweise auch spezielle Visa zu prüfen sind, sofern es sich nicht nur um Volunteering handelt.

Austausch und Haustausch

Einmal eine Nacht auf der Couch eines neuen Freundes verbringen oder ausprobieren, wie es sich in einem Haus am Meer so lebt? Hier setzt die dritte Möglichkeit an, wo wir Couchsurfing, Housesitting und Haustausch einordnen. Couchsurfing ist eine Plattform, wo du dich registrieren kannst und kostenfrei für ein paar Tage bei jemanden „mit-wohnen“ kannst. Hier gibt es ebenso Bewertungen und Verifikationen, die zur Sicherheit deiner Reise beitragen. Hier treffen sich oft Menschen mit gleichen Interessen, erkunden gemeinsam den Heimatort des Hosts und nicht selten entwickeln sich dadurch neue Freundschaften über Grenzen hinweg.
Das Thema Housesitting ist uns persönlich in Australien das erste Mal stärker aufgefallen. Du kannst zum Beispiel auf Haustiere oder nur auf das Haus selbst aufpassen, solange die Familie auf Urlaub ist. Dabei gießt du z.B. die Blumen, gehst mit dem Hund Gassi oder mähst den Rasen. Auch hier gibt es zahlreiche Online-Plattformen, wie beispielsweise Trusted housesitters, wo du dich registrieren und um einen Platz bewerben kannst. Du besitzt bereits Eigentum, möchtest aber trotzdem mal wieder raus in die Welt? Dann ist vielleicht Haustausch ein Thema für dich. Auf Seiten wie beispielsweise HomeExchange hast du die Möglichkeit, mit jemand den Platz zu tauschen. So kannst du kostenfrei und unkompliziert für eine Zeit lang im Ausland leben – ob zwei Wochen oder gleich für ein ganzes Jahr spielt dabei keine Rolle. Du musst nur einen geeigneten Tauschpartner finden. Auch viele Familien nutzen diese Form des Reisens. Schau doch mal bei Muttis Nähkästchen vorbei 😉

Du willst es erst mal langsam angehen lassen? Dann ist der zweite Teil unserer Serie vielleicht das Richtige für dich. Denn dort geht es darum, wie aus Fremden in der Urlaubsdestination beim Essen, Sporteln oder Kreativsein Freunde werden.

 

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5 Comments

  1. Oli

    22. August 2016 at 22:06

    Das sind alles gute Vorschläge, die ich auch gerne empfehle. Aber ich glaube, du säumst hier das Pferd von hinten auf. Denn im Endeffekt geht es ja nicht um die Wahl der Unterkunft (oder der Art, wie man seine Sachen einpackt), sondern um die innere Einstellung. Eine andere Unterkunft wird aber nicht dein Mindset ändern, vielmehr übernachten Leute mit einer bestimmten Einstellung eher an solchen Orten.

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    • Michaela

      Michaela

      24. August 2016 at 0:15

      Mit deiner Argumentation hast du natürlich vollkommen Recht. Außerdem: Auch wer AirBnB oder Couchsurfing schlussendlich als Übernachtungsform wählt, muss noch lange nicht den Gedanken hinter diesen Portalen „mittragen“. Wie viele Reisende haben wir schließlich schon getroffen, die AirBnB auch aus Kosten-Gründen nutzen. Ich glaube, Florian wollte mit dem Artikel einfach nur ein wenig zum Umdenken inspirieren 😉

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    • Florian

      Florian

      28. August 2016 at 0:05

      Hi Oli, danke für deinen Beitrag. Da hast du natürlich Recht, dass sich die Einstellung zum eigenen Reisen nicht immer ändern lässt. Aber zumindest gibt es heutzutage diese Möglichkeiten zum Ausprobieren und Austesten. Und da denke ich schon, dass man seine eigene Reiseerfahrung beeinflussen und auch dadurch erweitern kann. Lg

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  2. Muttis Nähkästchen

    28. August 2016 at 20:51

    Oh ja, wir sind überzeugte Haustauscher! Couchsurfing war unsere „Einstiegsdroge“. Wir tauschen jährlich 1-2x über http://www.intervac-homeexchange.com Und jedes Mal lernen wir überraschend Neues (über das Tauschland und uns selbst), das wir bei einem Pauschalurlaub so nicht erfahren hätten :-)

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    • Michaela

      Michaela

      29. August 2016 at 23:18

      Super, bin schon gespannt auf eure neuesten Geschichten und Erfahrungen …

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