León mit Locals – ein Tag mit Loro Trips*

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„Chancho con yuca oder Chicharrón?“ – wir stehen vor einem Essensstand inmitten der nicaraguanischen Kolonialstadt León und teilen uns einen landestypischen Snack. Dank des Salzburger Reise-Unternehmens Loro Trips bekommen wir heute einen ganz persönlichen Einblick in die Heimat unseres Guides Wilberth. Und nicht nur das: Extra für uns steht die Kulinarik im Mittelpunkt. Gleich nach der Stadtführung werden wir gemeinsam mit Doña Mayling das traditionelle Gericht „Indio viejo“ zubereiten.

Schon fünf Minuten nachdem wir das Loro Trips Büro heute Morgen betreten haben, schwärmte uns Wilberth von „Sopa de queso“, den besten Comedores der Stadt, Fair-Trade Kaffee und dem Markttreiben im Viertel Sutiava vor. Doch León hat weit mehr zu bieten, als leckeres, erschwingliches Essen. Das wird uns spätestens dann klar, als wir am „Tor zum Himmel stehen“ – am Ausgang auf das strahlend weiße Dach der Kathedrale. Die Postkarten-tauglichen Kuppeln und der Ausblick auf die Vulkankette ringsum sind einzigartig. Kein Wunder, dass die UNESCO das zwischen 1747 und 1868 erbaute Bauwerk vor einigen Jahren in die Liste der Welterbe-Stätte aufgenommen hat.

León: Studenten, Poeten und Revolution

Hier in der Kathedrale befindet sich auch das Grabmal des international bekannten nicaraguanischen Schriftstellers und Poeten Rubén Darío. Er gilt nicht nur als der Begründer des „Modernismo“ in Lateinamerika sondern war auch der erste mittelamerikanische Schriftsteller, der in spanischer Sprache geschrieben hat. In León findet man deshalb also nicht nur ein Rubén Darío Museum, sondern auch einen eigenen Park und eine Ruben-Statue im „Parque de los Poetas“.

Lange Zeit galt León übrigens als „brain-town of Nicaragua“, wie uns Wil bei unserem Spaziergang durch die Stadt erklärt. Und auch heute wird die Stadt als intellektuelle Metropole bezeichnet. Im Jahr 1812 wurde hier die erste Universität Nicaraguas gegründet. Die Universidad Nacional Autónoma de Nicaragua (UNAN) ist damit auch die zweitälteste Universität in Zentralamerika. Während des Semesters wimmelt es in León nur so von Studenten. Im Moment dürften sie sich alle hinter den Büchern verkrochen haben, denn die letzten Prüfungen stehen an. Den vielen Studenten ist es übrigens auch zu verdanken, dass es hier (im Vergleich zu Granada) eine unglaubliche Auswahl an günstigen Essensmöglichkeiten gibt. In den sogenannten „comedores“ kann man sich – ähnlich wie in einer Cafeteria – ein typisches Gericht aus Reis, Bohnen, Fleisch und Salat zusammenstellen. Das ist lecker und für knapp 3 Euro pro Gericht auch noch gut für’s Budget.

Wenn es ein Thema gibt, das bei einem einem Besuch in León allgegenwärtig ist, dann ist dies die Revolution. Die Stadt war ein Zentrum der Revolutionskämpfe 1978/1979 und heute prägen viele Street-Art-Gemälde mit historischen Ereignissen und berühmten Revolutionskämpfern das Stadtbild.

Essen in Nicaragua: mehr Qualität und Ursprünglichkeit?

Zurück zum Essen: Wenn uns Leute fragen, wie uns das Essen in Nicaragua schmeckt, antworten wir meist mit: „Viel besser als in Costa Rica oder Panama!“ Ganz allgemein kommen uns die Gerichte hier schmackhafter, bodenständiger und irgendwie ursprünglicher vor. Auch Wil kann das bestätigen und meint, dass die Amerikanisierung in Nicaraguas Nachbarland Costa Rica viel gegenwärtiger ist. Klar gibt es auch hier in León amerikanische Fastfood-Ketten, Smoothie-Bars oder Supermärkte, die eigentlich Teil des Walmart-Konzerns sind. Laut Wil kaufen die Nicas aber vorwiegend noch auf den lokalen Märkten ein. Alleine schon deshalb, weil die Produkte hier günstiger und frischer sind. „In letzter Zeit fällt mir auf, dass die Menschen bewusster einkaufen und aufmerksamer sind – z.B. auch was gentechnisch veränderte Lebensmittel betrifft“, erklärt uns Wil.

Reis und Bohnen jeden Tag

Das typische Nica-Gericht ist und bleibt übrigens Gallo Pinto – Reis mit Bohnen. Ob Morgens mit Eiern, nicaraguanischem Käse und Maistortillas oder mittags und abends mit Fleisch (wer sich’s leisten kann …), Kochbananen, Salat und Gemüse. Reis und Bohnen bleiben die Hauptnahrungsmittel in Nicaragua. Wenn wir Wil danach fragen, was er in seinen elf Monaten als Austauschstudent in Salzburg am meisten vermisst hat, fällt die Antwort ganz klar aus: „Arroz y frijoles – Reis und Bohnen, schwarze Bohnen natürlich! Viele Nicas sagen ab und zu, dass mit dem ganzen Reis und den Bohnen jetzt dann Schluss sei. Aber irgendwie bekommt dann einfach jeder wieder Lust darauf“, schmunzelt er. Wir können das gut nachvollziehen. Wir lieben Gallo Pinto und zumindest einmal am Tag steht das Nica-Gericht auf unserem Speiseplan.

Kochen mit Mayling in Sutiava

Gegen Mittag kommen wir zum Highlight unseres Programms mit Loro Trips. Im indigenen Stadtteil Sutiava, wo die kolonialen Bauten langsam aufhören und wir als Gringos schon wieder ein wenig herausstechen, treffen wir uns mit Doña Mayling. Mit offenen Armen und einem herzlichen Lachen begrüßt sie uns in ihrem Zuhause: ein kleines, einfaches Haus einem riesigen Hof samt Obstbäumen, Hühnern, Hunden und einer offenen Feuerstelle: ursprünglich, gemütlich und fernab des städtischen Treibens. Im Hintergrund läuft traditionelle nicaraguanische Musik, Mayling strahlt und ist voll in ihrem Element. Sie liebt das Kochen und weiß ganz genau, was sie tut. Gelernt hat sie das alles übrigens von ihren Tanten.

Am Speiseplan steht das traditionelle Gericht „Indio Viejo“, was so viel heißt wie „alter Indianer“. Keine Sorge, so schmeckt es nicht. Im Gegenteil: Der Eintopf aus Rindfleisch, Maisbrei, Kochbananen, kleinen Maiskölbchen, Paprika, Zwiebeln, Sauerrahm und mehr ist köstlich. Allerdings ist das Gericht sehr ausgiebig 😉 Gerne stellen wir euch bei Interesse ein Rezept zur Verfügung! Pappsatt machen wir uns an diesem Tag also auf den Heimweg. Mayling hat uns noch so einiges mit auf den Weg gegeben: bunte nicaraguanische Süßigkeiten aus Kokosflocken, typische Backwaren vom Markt und die leckersten Mangos vom eigenen Obstgarten. Wir sind dankbar für einen ganz besonderen Tag und wissen mal wieder: Essen ist eines der besten Mittel für einen kulturellen Austausch.

Über Loro Trips

Das Salzburger Unternehmen Loro Trips organisiert Nicaragua Rundreisen für Gruppen und Individualreisende. Der Fokus des Unternehmens liegt auf Homestays, Sprachaufenthalten, Volunteer-Reisen, Themenreisen und universitären Exkursionen. Im Loro Trips Büro in León steht Wilberth Medrano Berrios auch direkt vor Ort für Auskünfte, Service und Buchungen zur Verfügung.

*Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Loro Trips entstanden, die freundlicherweise die Kosten für Kochkurs und Stadtführung in León für uns übernommen haben. Herzlichen Dank dafür!

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5 Comments

  1. Chris

    10. Dezember 2016 at 22:25

    Hallo ihr beiden,

    bei dem Artikel bekomme ich ja schon wieder Heißhunger auf die Leckereien in León! Das Essen in Nicaragua ist wirklich um Längen besser als in Panama und Costa Rica und dazu auch noch um einiges günstiger…Habt noch ganz viel Spaß in Nicaragua! Wo geht es als nächstes hin?

    Liebe Grüße aus Panama
    Chris

    Reply

    • Michaela

      Michaela

      13. Dezember 2016 at 15:59

      Hallo ihr zwei,

      leider geht es bei uns am 17. Dezember wieder nach Österreich 😉 Wohin verschlägt es denn euch? Sind schon gespannt und verfolgen euren Blog ganz fleißig!

      Liebe Grüße aus Las Penitas
      Michi

      Reply

      • Chris

        14. Dezember 2016 at 0:19

        Für uns geht es übermorgen auf die San Blas Inseln und danach müssen wir noch auf unseren Flug am 2. Weihnachtstag Richtung Kolumbien warten. Vielleicht können wir uns da einfach mal ein paar Tage Ruhe :)

        Oh, Las Penitas ist auch super schön. Genießt die Zeit dort!

        Reply

        • Michaela

          Michaela

          14. Dezember 2016 at 15:04

          Oh, ich bin gespannt, wie euch die San Blas gefallen. Da haben wir es leider nicht mehr hingeschafft. Wir werden eure Reiseberichte bestimmt mit ganz viel Sehnsucht von daheim aus verfolgen! Genießt Kolumbien und wo es sonst noch so hingeht. Habt ihr eigentlich ein open End oder möchtet ihr nach einer bestimmten Zeit wieder nach Deutschland?

          Reply

  2. […] kurzem durften wir einen ganz besonderen kulinarischen Tag mit Loro Trips in Nicaragua verbringen. Dabei lernten wir Wilberth und Mayling kennen. Die beiden leben in León […]

    Reply

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