Panama: Maria Ruiz und die Welt des Gourmet-Kaffees

  • Panama: Maria Ruiz und die Welt des Gourmet-Kaffees
  • Panama: Maria Ruiz und die Welt des Gourmet-Kaffees
  • Panama: Maria Ruiz und die Welt des Gourmet-Kaffees
  • Panama: Maria Ruiz und die Welt des Gourmet-Kaffees

Kaffee ist ihre große Leidenschaft, trinken tut sie ihn aber nicht. Seit rund 40 Jahren ist Maria Ruiz in der Kaffee-Industrie tätig – und das mit unglaublichem Erfolg. Beim Coffee-Tasting und im Gespräch hat sie uns verraten, was einen der wohl teuersten Kaffees der Welt so besonders macht, warum man manche Chancen im Leben ergreifen muss und wieso sie mit ihrem beruflichen Werdegang ganz schön für Furore gesorgt hat.

Der Erfolg liegt im Detail

160 Dollar pro Kilogramm kostet der teuerste Kaffee, den es bei Ruiz in Boquete (Panama) zu kaufen gibt. Das Familienunternehmen genießt ein exzellentes Image in der internationalen Kaffee-Industrie. Den Großteil des Spezialitäten-Kaffees exportiert Ruiz nach Asien. Denn dort, so verrät uns Maria Ruiz, sei man bereit, einen solch hohen Preis zu zahlen. „300 Dollar für ein Pfund Kaffee? Was ist da bloß passiert?“, hat sich Maria noch vor einigen Jahrzehnten gefragt. Es sind die Details, die Gourmet-Kaffee ausmachen. Kaffee ist viel mehr als eine Wissenschaft um den richtigen Röstgrad oder die besten Bohnen. Genuss, das gastronomische Erlebnis an sich, Diversifikation und Vielfalt, die Wertschätzung, die wir Kaffee beimessen, Gefühle, die wir mit bestimmten Kaffeearomen verbinden – all das sind Stichwörter, die spätestens seit den 80er und 90er Jahren die Kaffee-Industrie bestimmen.

In ihren Ausführungen rund um das Thema Kaffee sind wir bald auf wissenschaftlicher und philosophischer Ebene angekommen. Eines wird schon nach fünf Minuten Gespräch klar: Maria ist eine echte Business-Frau, der sowohl der langfristige Unternehmens-Erfolg, als auch die berufliche Entwicklung und Weiterbildung eines jeden einzelnen Mitarbeiters am Herzen liegt. Nicht selten bestand ihre Arbeitswoche aus sieben Tagen und 14 Arbeitsstunden pro Tag. Von Müdigkeit ist jedoch keine Spur: „Wir haben unser Leben in das Business investiert und das Business hat uns Möglichkeiten zurückgegeben“, grinst Maria Ruiz. Denn der weltweite Erfolg wurde der Familie Ruiz natürlich nicht zu Füßen gelegt.

„Dem Kaffee haben wir so vieles zu verdanken …!“

Seit fast 100 Jahren baut die Familie Ruiz Kaffee in der Region Boquete an. Maria und ihr Bruder Plinio sind somit die dritte Generation in der Familie Ruiz, die das Unternehmen leiten. Sie schätzt sich ganz besonders glücklich, in eine Region hineingeboren zu sein, die mit den besten klimatischen Bedingungen für Kaffeeanbau gesegnet ist. Denn hier in den Bergen von Boquete, rund um den Vulkan Barú, gedeiht der Kaffee einfach prächtig.

„Der Kaffee hat uns den Zugang zu allem ermöglicht. Vor allem aber auch zur Bildung!“, so Maria. Damit spricht sie nicht nur jene Chancen an, die sich aufgrund finanzieller Sicherheit für die Familie aufgetan haben. Auch sie selbst hat damals einen sehr ungewöhnlichen Ausbildungsweg für sich eingeschlagen. Als eine der ersten Frauen in der Region hat sie sich für ein wirtschaftliches/technisches Studium entschieden. Während sie zu Beginn noch hart für diese Entscheidung kämpfen musste und ihren Willen – auch vor ihrem eigenen Vater – durchsetzen musste, stellten sich all diese Kenntnisse als äußerst hilfreich für das Family-Business dar.

Die Gelegenheit beim Schopf packen

Und schließlich ist es wohl auch so, wie es bereits Marias Vater zu sagen gepflegt hat: „Möglichkeiten im Leben muss man erstens ergreifen. Man muss aber auch dazu bereit sein und sich auf die Möglichkeit vorbereiten. Und schließlich muss man mit Menschen zusammenarbeiten.“ Denn auch Maria weiß: „Niemand kann etwas einfach so und vor allem alleine verkaufen!“ Sie selbst hat die Möglichkeit, ein so erfolgreiches Unternehmen zu leiten, nicht nur ergriffen, sie hat sich mit ihren universitären Ausbildungen intensiv darauf vorbereitet. Heute hat sie nicht nur einen PhD, auf den sie besonders stolz ist. Sie ist auch für 900 Mitarbeiter verantwortlich, ohne deren erfolgreiche Mitarbeit das Unternehmen nicht an dem Punkt wäre, wo es heute ist.

Kaffee verkosten statt Kaffee trinken

Eines wollen wir dann aber doch noch von Maria wissen, und zwar: Wie trinkt sie eigentlich ihren Kaffee? „Mein Job ist es, Kaffee zu verkosten! Ob ich Kaffee trinke? Nein!“, antwortet sie überzeugt. Zum einen bräuchte sie ab und zu auch einfach einmal eine Pause. Zum anderen reagiert sie sehr sensibel auf Koffein. Ein paar Coffee-Tastings am Morgen können da schon mal dazu führen, dass sie bis in die Nacht hinein hellwach ist. Und da Maria nicht nur für ihre 900 Mitarbeiter, sondern auch für sich selbst verantwortlich ist, gibt’s bei ihr ganz prinzipiell keinen Morgen-Kaffee. „Ich bin ja schließlich auch für mich und mein Instrument – sprich meinen Körper verantwortlich“, sagt sie.

Zwei ganz praktische Tipps von Maria können wir euch außerdem noch mit auf den Weg geben.

1. Kauft euch zwei Kaffeemaschinen!

Wenn es eine klassische Streitfrage in Familien oder bei Paaren gibt, dann ist dies laut Maria die Zubereitung des perfekten Kaffees. French Press oder Vollautomatik? Mokka oder Kapselmaschine? Maria ist davon überzeugt: Es gibt halt einfach keine Kriege um Speck oder um ein anderes Lebensmittel. Es sei immer der Kaffee. „Dabei ist die Lösung doch so einfach! Kauft euch doch einfach zwei verschiedene Maschinen!“ Denn die Vorlieben was Kaffee betrifft, seien so individuell wie wir Menschen selbst. „Coffee makes your day or doesn’t make your day!“, ist sie überzeugt. Denn wenn der Morgen-Kaffee schlecht ist, wie wird dann wohl der Tag?

2. Einen richtig guten Kaffee kann man auch kalt trinken!

Kaffee muss stark und richtig heiß sein? Falsch gedacht. Bei unserer Kaffee-Verkostung ist der Kaffee nach spätestens zehn Minuten nur noch lauwarm. Denn erst wenn der Kaffee nicht mehr heiß ist, können wir ihn länger im Mund behalten und das Aroma kann sich somit erst richtig entfalten. Wenn euch euer Kaffee also bereits kalt geworden ist und ihr ihn trotzdem noch gerne trinkt, dann handelt es sich vermutlich um richtig GUTEN Kaffee! 😉

Weitere Informationen zum Cafe Ruiz findet ihr unter: www.caferuiz-boquete.com

Share this Story

Weitere Geschichten

Hinterlasse eine Nachricht

Deine E-Mailadressse wird nicht veröffentlicht. Benötigte Felder sind markiert *


*