Brasilien in Portugal: EatWith Lucas

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„I’m sure you will like the food“, erklärt uns Lucas Bitencourt mit strahlenden Augen, „It’s maybe not what you are expecting, but anyway you are going to love it!!! ‚Cause everbody LOVES brazilian food!“ Wir sind auf dem Weg nach Malveira, einem beschaulichen Ort im Nordwesten der Stadt. Luke und sein Papa Ted haben uns mit dem Auto an der U-Bahn Station „Campo Grande“ in Lissabon abgeholt. Seit knapp fünf Minuten kennen wir die beiden und schon jetzt wissen wir: Das wird ein unvergesslicher Abend!

The best meals are homemade. – eatwith.com

Langsam legt sich auch die Nervosität ein wenig. Es ist unsere erste Erfahrung mit EatWith.com – einer Plattform, die Menschen rund um den Globus bei einem gemeinsamen Abendessen zusammenbringt. „Ich liebe es, für meine Gäste zu kochen und meine Kultur mit ihnen zu teilen“, so der 21-jährige Brasilianer. Kochen und Reisen sind seine zwei großen Leidenschaften. Wenn er von seinen faszinierenden Roadtrips und kulinarischen Entdeckungen spricht, kommt er aus dem Strahlen nicht mehr heraus. Die offene, positive und herzliche Art unseres Gastgebers ist ansteckend.

EatWith Michaela

Zuhause angekommen werden wir herzlich von Lukes Mama Yve empfangen. Das Feuer im Kamin brennt, die selbstgemachte Limonade und der Caipirinha (im Blender gemixt und nicht zerstoßen) sind ein wahrer Traum und als Hintergrundmusik läuft Bossa Nova. Spätestens als wir die Tischdeko samt brasilianischen Glücksmünzen und selbstgebastelten Namenskärtchen entdecken, sind wir ganz aus dem Häuschen… 😉

Maniok, Feijoada und ein Schokoladetraum

Als Vorspeise gibt es „Pão de Queijo“ – gebackene Käsebällchen – und frittierte Maniok-Stücke. Luke serviert die leckeren goldbraunen Happen in kleinen Keramik-Töpfen. Die Wurzelknollen des Manioks sind fixer Bestandteil der brasilianischen Küche.

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Auch zur Hauptspeise wird Farofa – d.h. geröstetes Maniokmehl – gereicht. Gemeinsam mit gebratenem Grünkohl, (äußerst schmackhaften) Orangenscheiben und Knoblauchreis kommt die Feijoada auf den Tisch. Der herzhafte Eintopf besteht hauptsächlich aus Fleisch und schwarzen Bohnen und musste mehrere Stunden lang kochen, damit er so richtig sämig wird. In der Familie Bitencourt ist die Feijoada ein typisches Gericht für kalte Wintertage. „Früher soll die Feijoada vor allem ein Gericht der Sklaven gewesen sein, in der auch Innereien sowie geringwertigere Fleischstücke landeten“, erzählt Luke während des Essens, „Aber keine Sorge, das ist heute nicht mehr so…“, schmunzelt er. Das Gericht entspricht genau meinem Geschmack – die perfekte Kombination aus Gemüse, frischen Aromen, knusprigem Maniokmehl, Fleisch und Bohnen! Herz und Gaumen, was wollt ihr mehr?

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Zum Nachtisch gibt es dann noch ein echtes Highlight: Brigadeiro. Das Dessert aus gezuckerter Kondensmilch, Butter und Kakaopulver ist eine Spezialität der brasilianischen Küche und ist definitiv eine Sünde wert. In Brasilien kann man Brigadeiro oft als Trüffelpraline, das heißt in Form eines kleinen Bällchens, kaufen. Luke hat uns gleich eine großzügige Portion in ein kleines Dessertglas gefüllt, die wir tatsächlich bis auf den letzten Löffel still schweigend aufessen. Ein schokoladig-karamelliger Traum für alle Naschkatzen!
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Gespräche über Küche und Kultur

Auch was die Gesprächsthemen betrifft, dreht sich zwischen den Gängen alles rund um das Thema Essen. Als begeisterten Hobbykoch und Weltenbummler interessiert Luke natürlich auch die österreichische Küche. Schließlich sind wir die ersten EatWith-Gäste aus Österreich. Eine Couchsurferin aus Tirol habe einmal eine „Art Pancake mit Rum und Rosinen“ gemacht und in Wien hat Luke einmal „Gnocchi mit Zwiebeln und viel Käse“ gegessen. Den Kaiserschmarrn haben wir schnell wieder erkannt. Die Kässpätzle allerdings erst, nachdem Luke uns ganz fasziniert vom Spätzlehobel erzählt.

Am Ende des Abends stoßen auch Lukes Papa Ted und sein Opa aus Brasilien noch zu uns. Ted freut sich, dass noch ein letztes Brigadeiro für ihn da ist – ohne dabei allerdings an Opa zu denken. Schwups – und schon war die Portion auch schon weg … Bei einer solch leckeren Nachspeise kann man ihm das auch nicht übelnehmen. Nach einem letzten gemeinsamen Familienfoto per Selbstauslöser ist es bereits nach 22 Uhr. Wir umarmen einander herzlich und sind davon überzeugt, dass wir einander wiedersehen werden. Vielleicht ja beim nächsten Mal bei einem gemeinsamen Abendessen in Salzburg.

Noch in der Nacht schickt uns Luke ein Video mit einer Schritt für Schritt-Anleitung für das leckere Brigadeiro. Und das Original-Rezept bekommen wir natürlich auch.

Am Tag darauf fragt uns eatwith.com, ob wir Lucas‘ Kochkünste auf Facebook weiterempfehlen möchten. Und ob wir das wollen: Eat with Lucas!!! Wer in Lissabon ist, sollte sich diese Gelegenheit auf gar keinen Fall entgehen lassen. Und die Plattform eatwith.com möchten wir unseren Freunden obendrein ans Herz legen. Schon bei unserer ersten Erfahrung mit dieser Plattform haben wir nicht nur lecker gegessen, sondern auch eine andere Kultur und gaaanz liebe neue Menschen kennengelernt. Danke eatwith.com und danke Luke!!!

Übrigens: Luke hat ein neues Projekt. Natürlich ist es etwas kulinarisches ;-). Hier geht’s lang: http://afoodieontour.weebly.com

    There are no strangers here; Only friends you haven't met. (W. B. Yeats)

There are no strangers here; Only friends you haven’t met. (W. B. Yeats)

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